PDF-Download der Seminarbroschüre

 Referent

Dr. Hans-Jörg Windberg


ist wissenschaftlicher Direktor bei der Dortmunder Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin und leitet dort den zentralen Meldeknoten der Bundesrepublik Deutschland für mangelhafte und gefährliche technische Produkte.

 

Produkt-Ergonomie für
Konstrukteure und Designer

1-Tages-Workshop

Um die Sicherheit und Gesundheit von Arbeitnehmern und
Endverbrauchern zu schützen, wurde im Jahre 2004 das
„Geräte- und Produktsicherheitsgesetz GPSG“ in Kraft
gesetzt, das zurzeit novelliert wird.

Zusammen mit seinen Einzelverordnungen zu speziellen
Produktgruppen wie „Maschinen“, „elektrische Betriebsmittel“,
oder „persönliche Schutzausrüstungen“, aber
auch reine Verbraucherprodukte wie z. B. „Spielzeuge“
setzt es die entsprechenden europäischen Einzelrichtlinien
in nationales Recht um und regelt damit den mit einem
jährlichen Handelsvolumen von über 1,5 Billionen Euro
wohl größten Einzelmarkt innerhalb der EU.

Durch den im GPSG neu eingeführten Begriff der „vorhersehbaren
Fehlanwendung“ werden Hersteller, Importeure
und Einzelhändler per Gesetz sogar verpflichtet, ein Produkt
nicht nur so zu konzipieren, dass es den Zweck erfüllt,
wofür es gebaut wurde, sondern dass es darüber hinaus
noch etwas robuster ist, um bestimmte, alltäglich vorkommende
falsche Anwendungen ungefährlicher zu machen.

Dieses Aufbauseminar für Konstrukteure, Designer und
Hersteller sowie für Käufer und Einkäufer technischer Produkte
gibt Hinweise, wie man als Hersteller trotz Kostendruck
benutzerfreundliche und dabei sichere, kurz: „ergonomische“
Produkte herstellen kann und wie und woran
man als Kunde sie andererseits erkennen kann.

Die im Seminar vorgestellten ergonomischen und sicherheitstechnischen
Grundsätze sind, obwohl sie primär die
„Beschaffenheit“, also die Konstruktion eines Produkts im
Auge haben, genauso für den Einkäufer im Betrieb wichtig,
denn durch die von ihm vorzunehmende Gefährdungsbeurteilung,
zu der immer auch eine Beurteilung der Produkte
schon vor ihrem Kauf/Einkauf gehören sollte, übt er als
„König Kunde“ Marktmacht aus.

 

Seminarinhalt

- Erwerb von Kenntnissen über die gesetzlichen Vorgaben
  beim Verkauf technischer Produkte
- Fähigkeiten zur Beurteilung der Sicherheit und der
  Gesundheitsgerechtheit zum Kauf
  angebotener Geräte und Produkte
- Erweiterung der eigenen Methoden des sicherheitsgerechten
   Konstruierens
- Beurteilung der von Produkten ausgehenden
  Sicherheits- und gesundheitlichen
  Risiken für Benutzer

 

09:00 Uhr: Die rechtliche Situation der Produkt-Ergonomie
- EU-Recht und nationale Gesetzgebung: Amsterdamer Verträge;
  New Approach-Richtlinien:
  Produktsicherheitsrichtlinie, Maschinenrichtlinie...; GPSG;
  Sektoralverordnungen; Nicht harmonisierter Bereich
- CE- und GS-Zeichenvergabe: Bedingungen für die GS-Zeichenvergabe;
  Rolle des CE-Zeichens; Konformitätserklärung; Akkreditierung,
  Zertifizierung, Notifizierung; Prüfstellen;  GS-Schnellanfrage;
  Prüfstellenverzeichnisse; Plagiate und Zeichenmissbrauch
- Regelsetzung und Normung: Gemeinsamer Deutscher
  Standpunkt GDS; Normenausschüsse, Normenverzeichnisse,
  Vermutungswirkung, Bekanntmachung von Normen

10:30 Uhr: Kaffeepause

10:45 Anforderungen an die benutzergerechte Gestaltung und
           Auswahl von technischen Produkten I

- Ergonomische Grundlagen: Anthropometrie; Körperkräfte;
- Gestaltung der Mensch- Maschine- Schnittstelle: Anzeigen und
  Stellteile; Wahrnehmung; menschliches/ technisches Versagen
- Übungen zur Berechnung zulässiger Hebekräfte und Bewegungsräume

12:15 Mittagspause

13:00 Anforderungen an die benutzergerechte Gestaltung und Auswahl
          von technischen Produkten II

- Das sicherheitsgerechte Konstruieren: Gefahr ,
  Gefährdung, Risiko; ISO 12100; Bedienungsanleitungen
- Bestimmungsgemäße und vernünftigerweise vorhersehbare Verwendung;
   menschliches/ technisches Versagen
- Durchführung von Risikoanalysen: EN 1050; ISO 14121;
  RAPEX-Guide; Risikograph
- Beispiele unergonomischer Produkte

14:30 Kaffeepause

14:45 Maßnahmen bei gefährlichen technischen Produkten
- Beispiele gefährlicher Produkte
- Produktmängel-Statistik: Herkunftsländer; Produktgruppen
- Organisation der Marktaufsicht: Gremien innerhalb der
  EU-Kommission; EU-Richtlinien-  Korrespondenten; Zuständige
  Behörde;Beauftragte Stelle; Arbeitsausschuss Marktüberwachung;
  Schnellentscheidungsgruppe
- Rückrufe, Warnungen, Verkaufsverbote: Informationspflichten
  und -rechte; Öffentlichstellung; Datenbanken: ICSMS, CIRCA;
  Meldeverfahren: RAPEX, Schutzklausel; amtliche Bekanntmachungen

16:15 Uhr Abschlussdiskussion

16:30 Uhr Ende der Veranstaltung

 

 

Teilnehmer


- Hersteller, Konstrukteure, Designer
- Importeure, Großhändler, Einzelhändler
- Budgetverantwortliche, Beschaffer, Einkäufer,
  Sicherheitsingenieure und -beauftragte
- Kaufmännische und betriebswirtschaftliche Berufe, Rechtsberufe

 

Seminarmethoden


- Power Point-Präsentation über die gesetzlichen Vorgaben und die Grundlagen des sicherheitsgerechten Konstruierens technischer
Produkte
- Durchführung von Übungen und Fallbeispiele zur Beurteilung von typischen Problemfällen beim Inverkehrbringen und bei der Beschaffung technischer Produkte
- Vorstellung von Praxisbeispielen gut und schlecht gestalteter Arbeitsmittel und Verbraucherprodukte

 

Seminarzeiten


9.00 Uhr bis 16.30 Uhr

 

Seminarpreis

450,- Euro zzgl. MwSt.

 

 Anmeldung zum Seminar

Termin und Ort
22. September 2010 in Würzburg
 

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Sollte ein Teilnehmer bis
zur ersten Mittagspause eines Seminars feststellen, dass die Veranstaltung seinen Erwartungen nicht gerecht wird, kann er das Seminar verlassen. Es entstehen Ihnen dann keine Seminarkosten.

Im Seminarpreis sind enthalten:
- Seminardokumentation
- Mittagessen
- Pausengetränke / Snacks
- Teilnahmezertifikat

Nach Eingang Ihrer Anmeldung erhalten Sie eine schriftliche Bestätigung. Wir haben ein Zimmerkontingent reserviert. Bitte geben Sie An- und Abreisedatum an, wenn Sie eine Übernachtung wünschen. Die anfallenden Kosten rechnen Sie direkt mit dem Hotel ab.

 

 

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